Diskussion zwischen Verstand und Gefühl :
Gefühl : Ach, was ist das nur, ich fühl mich ja so zu ihr hingezogen…
Verstand : Ey halloooho, merkste wat?? Das ist ein MÄÄÄDCHEN !
Gefühl : Aber ich mag sie doch soooo..das ist nicht einfach nur Freundschaft..
Verstand : Das bildest Du Dir nur ein, Du stehst doch gar nicht auf Mädels.
Gefühl : Ich weiss..aber trotzdem..ich vermiss sie und überhaupt…
Der Verstand unterbricht : Schnickschnack. Wenn’s ein Kerl wäre, würd ich Dich ja verstehen, aber so..nee echt, Du spinnst.
Gefühl : Aber wir verstehen uns doch so gut, es passt einfach alles..ich kann doch auch nichts dafür, hab sie halt sooooo lieb *jammer*
Verstand : Schon mal auf die Landkarte geguckt?! Deutschland – Schweiz, wie stellste Dir das vor? Ein Mädchen….ich fass es nicht.
Gefühl : Ach Du immer mit Deiner Vernunft. Wenn es sich aber doch richtig anfühlt und das Richtige ist, dann ist die Entfernung zweitrangig…wir haben nunmal eine besondere Verbindung. Und was ist an einem Mädchen so schlimm? Ist es nicht wichtiger, was ich fühle? Es stimmt einfach, und wenn es denn dann ein Mädchen ist, dann ist das so. Sie ist einfach der richtige Mensch, da kannst Du noch so viel argumentieren *schmoll*
Verstand : *Augenverdreht* Mit Dir kann man ja nicht vernünftig reden. Du machst ja eh was Du willst….echt, ich geb’s auf..hört eh keiner auf mich..*seufz*
Gefühl : Genau, und ich werd’s ihr jetzt sagen…ich wär ja schön blöd, wenn ich sie sausen lasse, nur weil Dir das nicht in den Kram passt. Wirst schon sehen, dass ich mich richtig entschieden habe *stolzdenkopfhebt*
Was mich an der Geschichte so verwirrte, war nicht nur die Tatsache, dass ich im Begriff war, eine Beziehung mit einer Frau einzugehen, sondern auch die Art und Weise, wie das alles von statten ging. Ich meine, müsste ich dazu nicht verliebt sein? Da war aber kein typisches Gefühl der Verknalltheit, keine rosarote Brille, keine Schmetterlinge im Bauch, keine weichen Knie, kein schwärmerisches “ach Du bist ja sooooooo süss”. Hübsch fand ich Diana, aber hübsch finde ich auch meine beste Freundin, aber deswegen will ich sie noch lange nicht knutschen. Dass es dieses Mal so anders ablief, das war neu.
Es schien, als hätten wir diesen Schritt ausgelassen, wir sind auf unerklärliche Weise miteinander verbunden, das geht tiefer als jede Verliebtheit. Äusserlichkeiten waren anfangs egal, einfach nicht ausschlaggebend.
Ich schweife ab, wollte doch von Februar berichten….
Das war schon ein merkwürdiges Gefühl. Hol ich jetzt eine gute Freundin vom Bahnhof ab, oder meine Freundin? Zur Begrüssung gab es erstmal nur Wangenküsschen. Die erste Annäherung hatten wir dem stellenweise noch vorhandenen Glatteis zu verdanken – ich hab sie an die Hand genommen, damit sie mit ihren Stiefeln nicht auf dem Kopfsteinpflaster wegrutscht. Aber auch als das nicht mehr nötig gewesen wäre, haben wir beide nicht losgelassen. Mehr war an dem Freitag noch nicht und gesprochen haben wir auch nicht drüber – vielleicht doch Bedenken auf beiden Seiten, die andere könnte sich anders entschieden haben. Allerdings haben wir gleich nebeneinander auf dem Sofa geschlafen – wir haben eh nur die erste Nacht, als ich bei ihr war, getrennt geschlafen.
Der Samstag war erst noch genauso harmlos, ich hing ihr zwar in den Haaren, aber erst, als wir es uns gemütlich machten zum TV gucken, fing sie an mit dem “anpusten und schnell weggucken”. Beide haben irgendwie darauf gewartet, dass jetzt mal eine den Anfang macht und als ich mir dachte “Wenn Du Dich nicht traust, dann mach ich es eben”- Kaum gedacht, da drehte sie den Kopf und drückte mir nen flachen Schmatzer auf die Schnute – so im Stil von “Ha, hab Dich erwischt”, humorvoll verpackt, falls es mir doch unangenehm ist, dann hätten wir es als Scherz verbuchen können, ohne dass es jemanden peinlich ist. Naja, Rache ist Blutwurst und ich schmatzte eins zurück – und stoppte innerlich kurz. Ich habe gerade ne Frau geküsst – auf die Schnute. War aber gar nicht so anders und schlecht war’s auch nicht, es fühlte sich auch nicht verkehrt an.
Damit war der Bann gebrochen, wir drückten uns immer mal wieder ein Küsschen auf, kuschelten uns aneinander. Gott, war das unschuldig, aber soooo schön. Es zeigte sich wieder, dass Diana ein absolutes Mädchen ist, andernfalls wären meine Mandeln ganz schnell untersucht worden und ich hätte tausend Hände abwehren müssen. Nichts dergleichen. Ungewohnt, aber ich empfand das als sehr angenehm. Sowas von rücksichtsvoll, Diana war klar, dass ich ja noch nie mit nem Mädel zusammen war und wollte mich wohl nicht überfordern und ich wusste, dass es für sie ja auch die erste Beziehung wird, die sie dann in ihrem wahren ICH führt. Das muss sich erstmal setzen, das mussten wir beide erstmal “fressen”.Â
Die restliche Zeit verbrachten wir ähnlich, mal war sie an mich gekuschelt, mal ich an sie und mit der Zeit verschwand dieses irgendwie innerlich überraschte “Ich knutsch ne Frau – und kuscheln auch noch”. Ich fühlte mich absolut wohl in ihrer Nähe. Ein einziges Mal haben wir “richtig” geknutscht, so ganz kurz – wie, um zu gucken, wie sich das nun anfühlt. Aber auch das war ok
Als sie dann wieder gehen musste, gab es nur eine kurze Verabschiedung, einmal drücken, Wangenküsschen – kurz und schmerzlos. Klingt gefühlskalt, aber das machen wir immer noch so, um es nicht schwerer zu machen, als es eh schon ist.
Wieder alleine zu Hause war ich immer noch ein wenig unsicher, sind wir denn jetzt zusammen? Alles, was so passiert ist, könnte man auch rein theoretisch mit der besten Freundin machen, es als absolut harmlos einstufen, wir hätten beide locker noch nen Rückzieher machen können, im Sinne von “Es ist doch gar nichts passiert, so war das ja gar nicht gemeint”.
So schickte ich ihr eine SMS, weil ich irgendwie noch einen Bestätigungsstempel brauchte  ” Ich glaube, es sind zwei Miezen schwer in Dich verschossen und mit der zweiten meine ich nicht Baileys”. Mit Diana’s Antwort war dann alles klar. Dachte ich. Bei mir war auch alles klar, aber scheinbar bei Diana nicht, denn als wir abends noch kurz über MSN chatteten fragte sie mich doch allen Ernstes, ob sie ihren Status bei Facebook von “Single” auf “In einer Beziehung” ändern soll…
Jaaaaaaa, sollst Du…Du kannst Fragen fragen…
Dann folgte eine harte Zeit für uns zwei, es sollten acht Wochen vergehen bis zu unserem nächsten Wiedersehen - an Ostern und wie das war – Fortsetzung folgt.
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4 users Kommentar(e) zu diesem Beitrag
Die Unschuld und Zaghaftigkeit, mit der wir zu einander fanden, lässt mich immer wieder schmunzeln. Irgendwie waren wir schon wie kleine Teenies, die zum ersten mal eine Beziehung beginnen.
Etwas davon ist ja bis heute geblieben, wir haben einen sehr liebevollern und zärtlichen Umgang. Manchmal frage ich mich, ob das ist weil wir irgendwie emotionale Kinder sind oder ob es daran liegt, dass zwei Mädels miteinander anders umgehen.
Dass Du über die Geschlechtegrenze springen konntest, spricht wie Vieles für Dich. Kürzlich war in den Medien zu lesen, dass relativ viel Frauen irgendwann im Leben auch mal eine Beziehung mit einer Frau haben. Männer schaffen das selten. Frauen scheinen mehr auf das Innere zu zählen, wenn man den Menschen genug liebt, spielt weder Geschlecht noch sonstwas eine Rolle. Aber auf jeden Fall ist es nicht selbstverständlich, dass Du das hingekriegtt hast. Und ich find das guuuuuuuuut
Ich denke, es ist Beides. Wir sind uns so verdammt ähnlich und da, wo wir uns unterscheiden, ergänzen wir uns. Es passte alles so perfekt – fast zu schön, um wahr zu sein. Und dieses “zu schön”, war zuerst die Tatsache, dass Du eben ein Mädel bist. Das war der Haken. Bis ich merkte, es ist nur dann ein Haken, wenn ich einen draus mache. Bzw. hänge ich mich jetzt an diesem ” aber sie ist ne Frau” auf, verbaue ich mir da nicht was?
Die Antwort kennst Du, “Scheiss drauf, dann ist es halt ein Mädel”
stimmt, die wenigen Unterschiede die wir haben, sind auch nötig um uns zu ergänzen, wenn ich da beispielsweise an den Ordnungssinn denke, zwei wie mich ergäbe einen gehörigen Saustall
Vermeintliche Hindernisse sind oft nur Konstruktionen eines schwarz-weiss denkenden Verstandes. Dies zu überwinden braucht Grösse und die hast Du, das habe ich in vielen Situationen schon erlebt.
Na denn, es ist zu schön um wahr zu sein, also nehnmen wir’s an, wir wollen da nicht kleinlich sein und akzeptieren auch das Unmögliche
Obwohl ich mal kurz daran gedacht habe, wie wohl die anderen reagieren, wenn ich ihnen erzähle, dass ich demnächst mit nem Mädel anbändle, aber ich hätte mich auch durch negative Reaktionen nicht davon abhalten lassen. Denn ich bin ja mit Dir zusammen, nicht die anderen, es mein Leben und nicht das der anderen. Dazu brauche ich nicht erst den “Segen”.
Genau, oder wie meine Tante immer sagte “Ach..was soll der Geiz”
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