So ganz gewöhnlich war es ja nicht, wie Diana und ich ein Paar wurden. Vielleicht fragt sich so Mancher, wie es kommt, dass ein Mädel, ( wie drück ich das am besten aus), also ein Mädel, welches gleich in den richtigen Körper gesteckt wurde und nicht auf Mädels steht und ein anderes Mädel, welches in einen männlichen Körper gesteckt wurde, aber auf Mädels steht, eben doch ein Paar wurden.
Alles begann damit, dass zwei meiner Jungs auf die Idee kamen, ein weiteres Forum ins Leben zu rufen und mich fragten, ob ich dort als Moderatorin mitmachen möchte. Laut Daro hätte ich inzwischen genug Wissen und das Einfühlungsvermögen, und ein Mädel bräuchten sie sowieso dabei. Ich sollte in erster Linie für die Transmädels da sein. Da hatte ich aber nun ein kleines Problem, denn bisher hatte ich mich mehr mit den Jungs beschäftigt und hatte da auch die meisten Kontakte, irgendwie hatte sich das einfach so ergeben. In dem ersten Forum waren die Mädels nicht so stark vertreten und auch nur eine handvoll, die auch schrieben.
Wenn die Mädels nun meine “Aufgabe” sein sollen, dann sollte ich auch wissen, was sie bewegt, wo ihre Ängste und Sorgen liegen, mit welchen Problemen sie sich rumschlagen usw.
Und so begann ich wieder zu recherchieren, bzw. zu googlen, habe auf diversen Homepages gelesen, vielleicht ergibt sich dadurch ja auch der eine oder andere Kontakt…und dann stolperte ich über die Überschrift “T-girl Diana”. Was zum Geier ist denn jetzt ein ” T-girl”. Von Shemales und Co. hatte ich schon gelesen und das war ja nicht das, was ich suchte. “T-girl” war neu und ich hab’s aus reiner Neugier angeklickt und es entpuppte sich einfach als englisches Kürzel für Transfrau. Und es war keine Homepage, sondern ein Blog, also ein Tagebuch, ausführlicher als eine Homepage. Hoch interessant, so etwas persönliches hatte ich bisher nicht entdeckt, ich fing an zu lesen – und konnte nicht mehr aufhören. Zuerst sprang ich zwischen den Themen hin und her, las erst das, was mich vom Titel her ansprach, und diese Frau schrieb wirklich über alles, von traurig über informativ, von philosophisch bis zu humorvoll. Und gerade diese Art von Humor fand ich sehr ansprechend und überhaupt, dieses Mädel kann wirklich so schreiben, dass es einen einfach fesselt.
Sie hatte auch eine Bildergalerie drin und wenn ich bedenke, dass diese Bilder noch vor der Hormontherapie enstanden sind, kam sie schon sehr weiblich rüber, ich fand, sie stach sehr positiv hervor (Ich weiss, für den Körperbau und das Gesicht kann keiner was), aber sie war eher feingliedrig, sanftes Gesicht, Klamottentechnisch stilsicher…aber dieser Blick, den sie da draufhatte…für einen Moment musste ich weggucken, weil ich das Gefühl hatte, es prasseln tausend Informationen auf mich ein..ich kann das gar nicht richtig beschreiben, was alles in diesem Blick lag – Angst, Unsicherheit, Verzweiflung, Verbissenheit und aber auch ein bischen “Ich muss das einfach schaffen”.
Ich weiss, dass das nicht sein konnte, aber ich fühlte mich persönlich angesprochen “Du, ja, genau Du. Bleib hier und lies”. Habe ich auch getan, habe ihren Blog dann chronologisch gelesen und ich habe es irgendwo schon mal geschrieben – es gibt Menschen, die faszinieren mich, die möchte ich kennenlernen, mich mit anfreunden. Und Diana war mal wieder so eine Kandidatin. Doch wie stell ich das an? Bei genauerer Betrachtung stellte ich nämlich fest, dass das Blog ein ” .ch” drin hatte. CH ?? Schweiz??!! Warum ?!?!?! Ist dann wohl nichts mit “Hast Du mal Lust auf nen Kaffee”…
Aber man konnte Diana’s Beiträge kommentieren und wenn ich mit ihr Kontakt aufnehmen will, dann muss sie ja erstmal wissen, dass ich überhaupt existiere. Wenigstens mal schreiben, dachte ich mir, ihr mitteilen, dass sie nicht zweifeln muss, ihr irgendwie unter die Arme greifen..denn auf keinem der Bilder war ein Lächeln zu sehen..das konnte ich nicht haben, so ein nettes, humorvolles, intelligentes, hübsches Wesen…und dann diese Selbstzweifel. Ich wollte das ändern, keine Ahnung, ob es mir gelingen würde, aber versuchen wollte ich es.
Aber mit der Tür ins Haus fallen wollte ich auch nicht, also fangen wir mal unverfänglich an und am leichtesten kommt man mit Menschen über den Humor ins Gespräch und so klatschte ich die ersten Kommentare ins Blog und hoffte, dass ich eine Antwort bekomme. Und sie hat geantwortet, total nett, nicht einfach so abgefertigt und damit ging es dann los. Wir schrieben täglich Kommentare, fingen an zu blödeln, stellten fest, dass wir uns sympatisch sind – das war im Juli. Irgendwann schrieb ich dann mal, dass es ja schade ist, dass wir so weit auseinander wohnen, sonst könnte man sich ja mal treffen – wenn sie denn möchte. Wir blödelten darüber und dann schrieb sie “Hauptsache, Du besuchst mich mal”. Klar, ich nehm Dich beim Wort, und schaute dann auch gleich, wie ich am besten in die Schweiz komme. Im August hatte es dann leider noch nicht geklappt, aber im November hatte ich Urlaub und da stand auch bei ihr nichts an. Wir verabredeten ein Wochenende, von Donnerstag bis Sonntag (nachzulesen unter Sleepless in Switzerland).
Bis es soweit war haben wir auch einmal miteinander telefoniert, wir wollten schliesslich wissen, wer wir sind und man kann nicht alles über Kommentare klären. E-mail Adressen wurden ausgetauscht und dann kam das schicksalhafte erste Wochenende….von dem ich dann das nächste Mal berichte.
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5 users Kommentar(e) zu diesem Beitrag
Du glaubst nicht wie glücklich ich bin, dass Du mein Blog und somit mich selbst gefunden hast. Das Verrückte ist ja, dass ich mein Blog wenige Tage vor Deinem Eintreffen hier online gestellt habe. Ddas Schicksal hatte da echt klare Vorstellungen, wo und wann und wie wir uns finden
Ja, das werd ich auch noch mit verarbeiten, das kann kein Zufall gewesen sein, wie das so alles zeitlich passte. Aber ich will noch nicht zuviel verraten
olle Geheimniskrämerin Du, ist mal wieder typisch für eine Spiogentin
Ich muss doch die Spannung aufrecht erhalten, das macht soooooooo viel Spass
jaja, Leute veräppeln, dat macht Spass
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